Warum handeln wir nicht – Teil 1 Einleitung

16. 07. 2009 von admin

Kennen Sie das Gefühl mit etwas unzufrieden zu sein, aber dennoch schaffen Sie es nicht sich zu aufzuraffen und etwas gegen diesen Zustand zu tun?

Dabei ist es völlig egal ob es sich um die kleinen Dinge des Lebens handelt (Spülmaschine einräumen), oder um große & wichtige Entscheidungen (Arbeitsplatzwechsel).
Dieser Zustand begleitet uns oft mit einer Art Trägheit und sobald wir über die zu erledigende Aufgabe nachdenken übermannt uns auch häufig Müdigkeit, die jeglichen ersten Schritt verhindert.

Mit dieser Artikelserie möchte ich Ihnen helfen, diesen Zustand des Stillstandes und der Passivität erfolgreich zu besiegen und anhand eigener Erfahrungen aufzeigen wie ich es geschafft habe:

„Der Job ist wie für Sie gemacht“, lobte mich einmal ein führender Bankangestellter als ich mitten in meiner Ausbildungszeit in dessen Abteilung als Azubi tätig war.
Er hatte recht, es war ein toller Job. Meine Ausbildung als Finanzassistent hat mir riesigen Spaß gemacht, sogar so sehr dass ich ein großes Bestreben hatte mich auch privat mit allerlei Finanzlektüren zu begnügen.
Der Sinn war nicht, besser zu sein als die anderen Azubis. Vielmehr wollte ich mich in dem Bereich der mir Spaß machte, also im Finanzbereich, weiterbilden um mit meinem Fachwissen den Kunden gegenüber ein noch ein besserer Berater zu sein.

Und dann passierte es!

Je mehr ich las, desto mehr Zweifel bekam ich an den Produkten, an der Vertriebsstruktur und an dem System überhaupt!
Ich erkannte, dass die Informationen die wir durch die Bank erhielten meistens wie blumiger formuliert waren als die, die ich jeden Abend durch meine zig Bücher aufnahm.
Ich erlernte die Abläufe bei Bankprodukten und die generelle Funktionsweise zu hinterfragen und kam immer öfters kam ich zu der Frage: „Warum soll der Kunde sowas abschließen?“.
Ich habe mich anfangs nur wenigen anvertraut und es wunderte mich, dass sogar langjährige Mitarbeiter mit einem enormen Fachwissen, die eigenen Produkte nicht hinterfragten. Bis ich zur folgenden Lösung kam:

1. Wissen sie es nicht, weil sie sich durch einseitige Informationen blenden lassen!
2. Weil sie es teilweise nicht wissen möchte, denn das wäre unbequem!

Heißt im Umkehrschluss viele Bankberater, Versicherungsberater etc. verkaufen Produkte die sich nicht 100% verstanden haben, denn Sie glauben es nur!

Es kam wie es kommen musste, die Ausbildung neigte sich dem Ende zu und ich erhielt das Angebot weiterhin für die Bank, als Kundenberater tätig zu sein.
All das wofür ich zweieinhalb Jahre gearbeitet habe, wurde nun wahr und dennoch freute ich mich nicht wirklich darüber.

Ich war in der Zwickmühle: In der Bank hatte ich viele Freunde gewonnen und nur durch die Ausbildung habe ich gemerkt das mein Interesse sehr stark im Finanzbereich liegt. Außerdem gilt der Arbeitsplatz als relativ sicher und durch mein Fachwissen und meine Kompetenz sah es mit den Aufstiegsmöglichkeiten nicht schlecht aus.
Aber auf der anderen Seite, wollte ich kein Sklave sein, der täglich Produkte verkauft von denen er nicht überzeugt ist.
Ich musste mich also entscheiden!
Lange schob ich die Entscheidung vor mir her und fiel immer in das gleiche Muster zurück, bis ich sogar Gründe erfand warum es doch klasse sein könnte in der Bank zu bleiben.

In diesem Zeitraum bin ich über diverse Ratgeber auf folgende Übung gestoßen, die ich heute noch immer regelmäßig anwende um meinen „Weg“ zu korrigieren.

„Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an ihrem 80. Geburtstag ganz vorne und Ihre Kinder oder Enkelkinder halten eine Rede über ihr Leben, was Sie als Geburtstagskind alles erreicht und geleistet haben. Was soll in dieser Rede vorkommen und was würde nach jetzigem Standpunkt darin vorkommen?“

Ich ließ mich auf das Experiment ein und merkte, dass egal wie schön man es auch ausdrückte mich die jetzige Situation über nicht zufriedenstellte und ich dringend handeln musste….

Bevor ich den zweiten Teil der Artikelserie veröffentliche, möchte ich Sie bitten: Probieren Sie die Übung aus.
Schreiben Sie sich die Fragen auf ein Blatt und schreiben Sie einfach darauf los.

In diesem Sinne, bleiben Sie relaxed.

Ihr Armin Schweinfurth

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